… wollte das jetzt auch im Internet tun und macht im Rahmen des Schufa LAB @ HPI aber erstmal alles falsch. Aber fangen wir von vorne an: „Facebook, Daten und die Schufa: Stasi-Methoden für den Kapitalismus“ oder „Facebook-Daten: Verbraucherschützer fürchten Schufa-Übermacht„, so lauten die Hiobsbotschaften der enschlägigen Medien um ein „Forschungsprojekt“ zwischen der SCHUFA Holding AG und Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (Schufa Lab @ HPI).

Was ist passiert? Was wird passieren?

Die Schufa hatte vorher bekanntgegeben, dass sie zusammen mit dme Hasso-Platner-Institut ein Forschungsprojekt zum Thema Daten in sozialen Netzwerken aufbaut. Laut der Projektwebseite beim HPI ist das Ziel des Projektes „die Analyse und Erforschung von Daten aus dem Web“, sowie die „Validierung von Daten und anderseits Technologien zur Gewinnung von Daten“. „Weiterhin“, so heißt es auf der Webseite, „untersuchen das HPI und die SCHUFA gemeinsam neue Verfahren zur effizienten und effektiven Ähnlichkeitssuche in strukturierten Daten“. Vier Mitarbeiter soll(t)en an dem Projekt forschen und arbeiten. Ob das jetzt noch passiert ist fraglich, denn der große Ansturm an Entrüstung hat auch die Politik aufgeschreckt und prüft nun den Vorgang und allen voran fordert die Facebook-Kritikerin und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, „vollständige Aufklärung über die Hintergründe und Ziele dieses Forschungsauftrags„.

Der Aufschrei ist also groß, dabei wird aber schnell vergessen, dass erstens viele, viele andere das schon lange machen was die SCHUFA noch als Forschungsprojekt vorhat und zweitens die SCHUFA letztendlich nur das macht, was sie immer gemacht hat – nur jetzt eben auch im Internet um sich auch „langfristig die Qualitätsführerschaft unter den Auskunfteien in Deutschland zu sichern“ – und im Rahmen des Projekts „Möglichkeiten auslotet, die ihr das Gesetz bietet“.

Fazit: Alles falsch gemacht

Die SCHUFA und das HPI haben sich selten dämlich bei der Kommuniktation dieses Projekts angestellt und daran wird auch nicht die Beantwortung der „Antworten auf die häufigsten Fragen“ (Seite wurde scheinbar zurückgezogen) helfen. Das Projekt in der geplanten Form ist tot. Schade, denn das birgt die Gefahr, dass die SCHUFA das Projekt jetzt in Eigenregie ohne Forschungsauftrag durchführt, sondern einfach macht oder von dritten machen lässt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wäre das sicher besser abgelaufen.

Update: Wie vorhergesagt, hat das HPI das Schufa-Forschungsprojekt gekündigt.

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2 Kommentare

Maik schrieb am 8. Juni 2012 @ 9:03

Sehr guter Beitrag, der das paradoxe an dem Thema und die Hysterie gut zusammenfasst.

T. Rievenburg schrieb am 20. August 2012 @ 10:24

… verrückte Geschichte. Aber irgendwie auch beängstigend.

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